Christian Wulff zu Gast am Fraunhofer IOF

Der Bundespräsident a.D erhält Einblicke in Jenaer Spitzenforschung

Jena | 22.10.2026

Im Rahmen der Michaelsbewegung besuchte Bundespräsident a.D. Christian Wulff auf Einladung der Kirchenstiftung St. Michael gestern das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. Im Fokus des Besuchs standen Jenas Potenziale als Wissenschafts- und Hightechstandort. Neben einem fachlichen Austausch erhielten die Gäste am Fraunhofer IOF ebenfalls Einblicke in die aktuelle Forschung im Bereich Quantenkommunikation. 

Jena als international bedeutenden Wissenschafts- und Hightechstandort kennenlernen: Das stand im Mittelpunkt des heutigen Besuchs von Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff am Fraunhofer IOF. Im Austausch mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik informierte sich der ehemalige Bundespräsident über die erfolgreiche Entwicklung des Optikstandorts Jena und aktuelle Forschungsaktivitäten des Instituts. Anlass des Besuchs war die diesjährige Michaelsbewegung, zu der die Kirchenstiftung St. Michael Christian Wulff nach Jena eingeladen hatte.

Wie es Jena gelungen ist, sich nach den tiefgreifenden Umbrüchen der 1990er-Jahre zu einem international anerkannten Zentrum für Optik und Photonik zu entwickeln, war eines der zentralen Themen des Besuchs. Eine entscheidende Rolle spielte dabei das enge Zusammenspiel von Forschung, Industrie, Politik und Gesellschaft.

Institutsleiter Andreas Tünnermann (rechts) begrüßt Bundespräsident a.D. Christian Wulff am Fraunhofer IOF.
© Fraunhofer IOF
Institutsleiter Andreas Tünnermann (rechts) begrüßt Bundespräsident a.D. Christian Wulff am Fraunhofer IOF.

Jena als Role-Model für Technologiestandorte in Deutschland

„Der Optikstandort Jena stand Anfang der 1990er-Jahre vor existenziellen Herausforderungen. Im engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, den Standort neu zu erfinden und ausgehend von exzellenter Forschung neue Märkte mit innovativen Produkten zu erschließen“, erklärte Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Leiter des Fraunhofer IOF.

Die Fähigkeit zur strategischen Kooperation sei bis heute eine wesentliche Stärke Jenas und zugleich eine wichtige Voraussetzung für seine zukünftige Entwicklung. „Ich freue mich sehr, Bundespräsident a. D. Christian Wulff bei uns am Institut begrüßen zu dürfen, mit ihm unsere Erfahrungen zur Standortentwicklung zu teilen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie Jena als Role-Model auch für andere Wissenschafts- und Technologiestandorte in Deutschland beispielgebend sein kann“, so Tünnermann.

Austausch über Jenaer Erfolgsmodell

In einer gemeinsamen Gesprächsrunde ging es auch um Jena als Wissenschafts- und Hightechstandort
© Jürgen Scheere
In einer gemeinsamen Gesprächsrunde ging es auch um Jena als Wissenschafts- und Hightechstandort. Im Bild v.l.n.r.: Prof. Dr. Timo Mappes, Justus Wehmer, Dr. Franz von Falkenhausen, Christian Wulff, Dr. Thomas Nitzsche, Prof. Dr. Steffen Teichert und Prof. Dr. Andreas Tünnermann.

In einer gemeinsamen Gesprächsrunde diskutierten die Teilnehmenden über Jenas Entwicklung als Wissenschafts- und Hightechstandort sowie die Bedeutung einer engen Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.

Neben Christian Wulff und Andreas Tünnermann beteiligten sich Dr. Franz von Falkenhausen Vorsitzender der Kirchenstiftung St. Michael Jena, Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche, der Thüringer Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur Prof. Dr. Steffen Teichert, der ehemalige ZEISS-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Michael Kaschke, der Wissenschaftliche Direktor des Deutschen Optischen Museums Prof. Dr. Timo Mappes sowie der Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG Justus Wehmer an dem Austausch.

Der Bundespräsident a.D. zeigte sich beeindruckt von der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des Fraunhofer IOF und der engen Vernetzung von exzellenter Forschung und unternehmerischer Innovationskraft der Akteure am Standort Jena.

Einblicke in Kommunikationstechnologien der Zukunft

Im Anschluss an die Gesprächsrunde erhielten die Gäste einen Einblick in die aktuelle Forschung am Fraunhofer IOF. Dazu besichtigten sie die Optische Bodenstation (Optical Ground Station, OGS) auf dem Dach des in diesem Jahr eingeweihten Forschungsneubaus des Instituts.

Die Bodenstation dient als Testumgebung für die optische Freistrahl- und Quantenkommunikation. Sie ermöglicht es den Forschenden, hochpräzise optische Verbindungen etwa zu Satelliten und Flugzeugen herzustellen und neue Technologien unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf der satellitengestützten Quantenkommunikation. Diese soll künftig eine wichtige Grundlage für den Aufbau globaler Quantennetzwerke bilden und neue Möglichkeiten für eine praktisch abhörsichere Datenübertragung eröffnen.

Christian Wulff besichtigte die Optische Bodenstation auf dem Dach des Forschungsneubaus.
© Fraunhofer IOF
Christian Wulff besichtigte die Optische Bodenstation auf dem Dach des Forschungsneubaus.