Triple-Sieg für Nachwuchsforschende

Fraunhofer IOF Forschende mit Quantum Future Award ausgezeichnet

Jena/ Berlin/ 05.12.2025

Für ihre Abschlussarbeiten im Bereich angewandter Quantentechnologien sind zwei Forschende des Fraunhofer IOF und des Instituts für Angewandte Physik mit dem Quantum Future Award ausgezeichnet worden. Dr. Marta Gilaberte Basset und Trevor Vrckovnik erhielten jeweils den 2. Platz in den Kategorien Promotion und Master, außerdem wurde Letzterer mit dem Publikumspreis geehrt. Der Quantum Future Award wird jährlich vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt vergeben.

Quantenzukunft made in Jena: Gleich zwei Forschende des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF und des Instituts für Angewandte Physik (IAP) der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind im November mit dem Quantum Future Award des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ausgezeichnet worden. Dr. Marta Gilaberte Basset, Wissenschaftlerin der Abteilung Photonische Quantensysteme am Fraunhofer IOF, belegte mit ihrer Dissertation »Resolution limits of quantum imaging with undetected light and optimization towards application« den zweiten Platz in der Kategorie Promotion. Mit seiner Masterarbeit »Non-linear waveguide designs leveraging unique material optical susceptibility tensors« sicherte sich Trevor Vrckovnik ebenfalls den zweiten Platz in der Kategorie Master und gewann zusätzlich den Publikumspreis.

Mit dem Quantum Future Award zeichnet das BMFTR jährlich innovative Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der anwendungsorientierten Quantentechnologien aus. Am 21. November konnten die Bewerberinnen und Bewerber ihre Abschlussarbeiten in kurzen Pitches präsentieren, eine Jury wählte im Nachgang die Preistragenden je Kategorie.

© Sebastian Schmitt
Die Preistragenden des Quantum Future Awards 2025. Dr. Marta Gilaberte Basset (4.v.r.) und Trevor Vrckovnik (3.v.r.) wurden für ihre Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der Quantentechnologien ausgezeichnet.

Effiziente Wellenleiterdesigns für Quantenanwendungen

Photonische Technologien gelten als Schlüssel für Innovationen wie ultraschnelle Datenkommunikation und Quantenverschlüsselung. Um diese Technologien jedoch für die Massenproduktion zugänglich zu machen, müssen ihre Grundbausteine, die photonisch integrierten Schaltungen (PICs), einfacher, effizienter und in größeren Mengen hergestellt werden können. In seiner nun ausgezeichneten Masterarbeit entwickelte Trevor Vrckovnik ein Simulationsverfahren, das systematisch große Mengen an Parametern durchsucht und besonders effiziente Wellenleiterdesigns identifiziert. Seine Forschung zeigte, dass bestimmte Materialien bereits in einfachen Wellenleitern die Erzeugung von polarisationsverschränkten Photonen ermöglichen, was bisher als komplexes Unterfangen galt. Die resultierenden Strukturen sind besonders kompakt und kostengünstig und ermöglichen damit kleinere und kostengünstigere Quantenquellen für den späteren, breiten Einsatz von Quantentechnologien.

»Der Quantum Future Award ist für mich die Anerkennung, dass unsere Forschung zu gesellschaftlich relevanten Quantentechnologien beiträgt. Die Ehrung motiviert mich, neue Grenzen für integrierte Quantentechnik zu erforschen«, kommentiert Vrckovnik seine Auszeichnung.

Zukunft der medizinischen Bildgebung

Marta Gilaberte Basset erforschte im Rahmen ihrer Promotion Quantenbildgebung mit undetektiertem Licht und erhielt dafür den zweiten Promotions-Preis des Quantum Future Award. In ihrer Arbeit entwickelte sie eine kompakte Quantenbildgebungstechnologie, kombinierbar mit klassischen Anwendungen wie Holografie und untersuchte, wie Systemparameter je nach Einsatzgebiet optimal angepasst werden können. Die Technik erlaubt es, unterschiedliche Wellenlängen für Beleuchtung und Detektion zu nutzen – etwa Infrarotlicht für medizinische Diagnostik mit effizienter Bildgebung über sichtbare Kameras. Dies ist besonders relevant bei Untersuchungen von sensiblen Proben, da die Bildqualität deutlich verbessert wird.

Die Forscherin sieht in der Auszeichnung eine große Motivation für den Transfer von Forschung in die konkrete Anwendung: »Der Preis zeigt, dass die Integration von Quantentechnologien in unseren Alltag politisch gefördert wird. Für mich ist die Auszeichnung eine große Ehre und Ansporn, den Übergang aus dem Labor in die Anwendung voranzutreiben.«