Jena | 30. April 2026
Fördergelder für innovative Forschungs- und Gründungs-Ideen vergeben
Jena | 30. April 2026
Bühne frei für Innovation: Beim diesjährigen Pitch des Digital Innovation Hub Photonics (DIHP) präsentierten am 20. April elf Teams aus ganz Deutschland ihre zukunftsweisenden Ideen rund um Optik und Photonik. Die sechs überzeugendsten Konzepte erhalten nun gezielte Forschungsunterstützung, um ihre Ansätze in marktfähige Anwendungen zu überführen. Die Pitches fanden in den Räumlichkeiten der Technologie und Innovationspark Jena GmbH (TIP) am Jenaer Beutenberg-Campus statt.
Im Fokus des DIHP steht die Förderung technologieorientierter Gründungsideen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Optik und Photonik arbeiten hier zusammen, um Ausgründungen aus der Wissenschaft zu fördern und Start-ups zu unterstützen. Am 20. April lud der Hub Photonik-Fans sowie (angehende) Gründerinnen und Gründer zum mittlerweile achten Mal dazu ein, ihre innovativen Forschungs- und Unternehmensvorhaben beim sogenannten »DIHP-Pitch« vorzustellen: Vier Minuten Zeit hatten die Teilnehmenden für eine knackige Präsentation ihrer Forschungsidee, gefolgt von einer ebenso langen Fragerunde durch eine hochkarätig besetzte Jury aus Wirtschaft, Forschung und Gründungsökosystem. Neben technologischer Exzellenz spielten insbesondere Marktpotenzial und Umsetzbarkeit eine zentrale Rolle bei der Auswahl.
Die Bandbreite der vorgestellten Projekte reichte von präziser Sensorik für extreme Umgebungen über photonische KI-Architekturen bis hin zu Lösungen für nachhaltige Landwirtschaft und quantensichere Kommunikation. Von den insgesamt elf Pitches beinhalteten vier Vorhaben photonische Lösungen zur Anwendung im Weltraum. Zu den Gewinnerideen zählen unter anderem ein kompakter photonischer Wegsensor (»LumiNUM«), ein satellitenbasiertes System für abhörsichere Datenübertragung (»Quatherion«) sowie innovative Ansätze für energieeffizientes Computing und optische Messtechnik.
Ausgezeichnet im Bereich »Innovative Gründungen / Gründungsinteressierte« wurden beim diesjährigen DIHP-Pitch:
Die Gewinner im Bereich »Start-ups« (d.h. in Gründung oder bereits gegründet) sind:
»Der DIHP zeigt eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial in der Verbindung von Forschung und Unternehmergeist steckt. Gerade in Schlüsseltechnologien wie der Photonik brauchen wir mutige Gründerinnen und Gründer, die neue Wege gehen«, betonte Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John. »Mit gezielter Förderung schaffen wir die Grundlage dafür, dass aus exzellenten Ideen erfolgreiche Unternehmen entstehen.«
Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, an dem die Koordination des DIHP angesiedelt ist, unterstrich die Bedeutung des Formats: »Programme wie der DIHP sind essenziell, um wissenschaftliche Exzellenz in wirtschaftliche Wertschöpfung zu überführen. Sie geben Talenten die Möglichkeit, ihre Ideen unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln.«
Dr. Sebastian Händschke, Projektleiter des DIHP, schließt hier an und betont die Einzigartigkeit des Formats in Deutschland und die besondere Ausnahmestellung und Pionierposition Thüringens: »Es gibt nur ganz wenige Formate, wo (forschende) Gründungsinteressierte (vor der Gründung) und junge Unternehmen (nach der Gründung) sowohl technologisch als auch unternehmerisch begleitet werden. Der DIHP ist einer davon. Die wissenschaftliche Exzellenz in der Photonik übt dabei eine große Anziehungskraft für Gründerinnen und Gründern von in- und außerhalb Thüringens aus wie der nationale und internationale Bewerberkreis und die Gewinnerinnen zeigen.«
In diesem Jahr erhielten die prämierten Teams Forschungsbudgets im Umfang von jeweils rund fünf Personenmonaten, die an einer der teilnehmenden Institutionen eingesetzt werden können. Ein Personenmonat entspricht dabei der Arbeitsleistung einer wissenschaftlichen Fachkraft über den Zeitraum eines Monats. Damit können die Teams beispielsweise mit einer Doktorandin bzw. einem Doktoranden oder Postdoktoranden in der Weiterentwicklung ihrer Idee zusammenarbeiten – ein entscheidender Schritt von der Idee zur Anwendung.
Der Digital Innovation Hub Photonics (DIHP) ist ein Konsortialprojekt, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum des Freistaat Thüringen. Als Pilotprojekt des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (Fraunhofer IOF) startete der DIHP im Jahr 2019. Im Jahr 2022 kamen weitere Partner dazu:
Mit dem DIHP soll der Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft gefördert werden, insbesondere durch (Aus-)Gründungen und Startups. Dabei wird eng mit weiteren Partnern in Jena und Thüringen wie beispielsweise den Gründer- und Transferservices der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Ernst-Abbe-Hochschule oder auch dem Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) zusammengearbeitet. Gemeinsam mit JENA Digital, dem Fraunhofer IOF und OptoNet e.V. ist der DIHP Teil des de:hubs Jena Photonics & Digital Experience Platforms und damit der bundesweiten de:hub-Initiative.
Zahlreiche Ausgründungen seit 2019 begleitet
Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, unterstützt der DIHP gezielt Ausgründungen und Kooperationsprojekte im Bereich der Photonik. Bislang wurden vom DIHP seit dessen Gründung 2019 vielfach Ausgründungsteams aus den beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen in Jena begleitet, aus denen einige sehr erfolgreiche DeepTech-Startups entstanden sind – zu nennen sind hier bspw. die SPACEOPTIX GmbH, Robust AO GmbH, Quantum Optics Jena GmbH und DeepEn GmbH. Daneben wurden auch vielfach weitere regionale, nationale und internationale Gründungsteams unterstützt, in Jena bspw. die FluIDect GmbH oder die IDloop GmbH. Insgesamt wurden durch diese Unternehmen inzwischen bereits über 200 Arbeitsplätze in Thüringen geschaffen.
Die Thüringer Innovation Hubs – neben dem DIHP auch der iHUB in Ilmenau – sind deutschlandweit einzigartige Formate in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft und fügen sich gemeinsam mit Formaten wie »get started 2gether« und »TRIP« in die Gesamtstrategie des Landes zur Förderung von Wissenstransfer und innovativen Gründungen ein. Beide Hubs werden durch den Freistaat Thüringen 2024 bis Ende 2026 gefördert, zusammen mit insgesamt 4,2 Millionen Euro.
Ausgezeichneter Technologietransfer aus Jena
Für den erfolgreichen Transfer quantenoptischer Forschung in marktfähige Hochsicherheitsanwendungen wurde das Fraunhofer IOF gemeinsam mit dem DIHP sowie der Quantum Optics Jena GmbH im Mai 2025 mit dem Technologietransferpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ausgezeichnet.