»When Photonics meets AI«: Das waren die Photonics Days Jena 2026

Internationales Karriere- und Netzwerkevent widmet sich der Schnittstelle von Photonik und Künstlicher Intelligenz

Wie kann Künstliche Intelligenz von Photonikforschung profitieren und umgekehrt? Diese Frage stand im Mittelpunkt der diesjährigen Photonics Days Jena, die am 15. September nach Jena einluden. Rund 100 internationale Teilnehmende entdeckten beim traditionellen Netzwerk- und Karriereevent des Fraunhofer IOF und der Max-Planck-School of Photonics neue Perspektiven rund um Photonikforschung im Zeitalter der KI.

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Andreas Tünnermann eröffnete die Photonics Days Jena.

»The future of photonics will be shaped by you.« Mit diesen Worten eröffnete Prof. Andreas Tünnermann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, die Photonics Days Jena 2026 und machte damit deutlich, worum es am 15. September ging: um die nächste Generation von Forschenden und die Frage, wie sie die Zukunft der Photonik mitgestalten können. In diesem Jahr drehte sich diese Zukunft besonders um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) in der Photonik.

Unter dem Motto »When Photonics meets AI« widmete sich das internationale Karriere- und Netzwerkevent des Fraunhofer IOF und der Max-Planck-School of Photonics (MPSP) der Schnittstelle zweier Schlüsseltechnologien. Rund 100 internationale Teilnehmende kamen in Jena zusammen, um neue Forschungsansätze kennenzulernen, KI-Werkzeuge zu erproben und Kontakte für die eigene berufliche Zukunft zu knüpfen.

Wenn die Zukunft der KI auf Licht baut

Im Mittelpunkt standen zwei Perspektiven: Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, bessere Forschung in der Photonik zu betreiben? Und wie kann Photonik im Gegenzug dazu beitragen, leistungsfähigere und zugleich effizientere Grundlagen für die KI der Zukunft zu schaffen?

Utz Bacher, Vice President Software bei Q.ANT einem photonischen Deep-Tech-Unternehmen, brachte eine zentrale Herausforderung in seiner Keynote auf den Punkt: »AI is getting hungry!« Denn der wachsende Bedarf von KI an Rechenleistung geht ebenso mit einem steigenden Energie- und Ressourcenverbrauch einher. Genau hier können photonische Technologien neue Ansätze eröffnen. Er nahm die Teilnehmenden mit in eine Zukunft, in der Rechenoperationen nicht mehr ausschließlich mit konventioneller Elektronik, sondern zunehmend mithilfe von Licht verarbeitet werden könnten.

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Utz Bacher bei seiner Keynote zu photonischen Lösungen für Künstliche Intelligenz.

KI im Forschungsalltag

Ebenso zentral war die Frage, wie junge Forschende Künstliche Intelligenz schon heute sinnvoll für ihre eigene Arbeit einsetzen können. In der Photonics4Future Lecture »Photons and Prompts: Gen-AI in the Quantum Photonics Lab« gab Markus Leipe, Doktorand am Fraunhofer IOF und der MPSP Einblicke in seinen Forschungsalltag und zeigte, wie Large Language Models (LLMs) wissenschaftliche Arbeit unterstützen können. »You have to be the bottleneck«, lautete eine der zentralen Botschaften von Leipe. Der Mensch müsse demnach die entscheidende Kontrollinstanz bleiben und Verantwortung für die eigene Forschung übernehmen, betonte er.

Wie sich dieser Anspruch praktisch umsetzen lässt, konnten die Teilnehmenden anschließend selbst erproben. Im anschließenden Workshop von Dr. Xuemei Gu von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ging es darum, wie KI bei der Entwicklung von Forschungsfragen und beim Design von Experimenten unterstützen kann und welche Regeln für einen verantwortungsvollen Einsatz im wissenschaftlichen Kontext notwendig sind.

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Photonics4Future Lecture von Markus Leipe.
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Eine Labortour durch das Fraunhofer IOF ergänzte die theoretischen und praktischen Formate um konkrete Einblicke in aktuelle Forschung.
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Von 3D-Bildgebung mit KI-Unterstützung…
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… bis zu Implikationen von Künstlicher Intelligenz für Anwendungen im Quantencomputing.

Karriereplanung zwischen Forschung und Industrie

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Beim Career- und Industry Brunch kommen die Teilnehmenden in lockerer Atmosphäre mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt.

Beim »Career & Industry Brunch« kamen Studierende und Promovierende in lockerer Atmosphäre mit Unternehmen und Institutionen aus der Branche ins Gespräch. Das Format bot Gelegenheit, Fragen zur individuellen Karriereplanung zu stellen und Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern – darunter JENOPTIK GmbH, Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH, nanoplus Nanosystems and Technologies GmbH, Edmund Optics, OptoSigma Germany GmbH, TRUMPF und Excelitas Deutschland GmbH  – aufzubauen.

Bühne frei für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Auch die Förderung junger Talente nahm erneut einen festen Platz im Programm ein. Im Rahmen des Photonics Day Jena 2026 wurde wieder der Applied Photonics Award verliehen. Der vom Fraunhofer IOF organisierte Nachwuchspreis zeichnete vier junge Forschende für herausragende Abschlussarbeiten in der angewandten Photonik aus. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 7.000 Euro vergeben.

Dass gute Forschung nicht nur Anerkennung, sondern manchmal auch einen mutigen ersten Schritt braucht, zeigten außerdem die Idea Pitches des Leistungszentrums Photonik. Sieben junge Forschende traten an, um das Publikum von ihrer Idee zu überzeugen und sich ein Forschungsbudget als Kickoff-Finanzierung zu sichern.

Welche Ideen überzeugten, entschied das Publikum. Durchsetzen konnten sich:

  • Rana Sebak (10.000€)
    »Self-Calibrating Photonics Sources«
  • Sascha Julia Römhild (7.500€)
    »Photonic Sensing & Digital Twins – Multispectral 3D Thermography«
  • Josue Ricardo Leon Torres (5.000€)
    »Beyond the Hologram«
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Die Gewinnerinnen und Gewinner der Idea Pitches des Leistungszentrums Photonik.

Über die Photonics Days Jena 2026

Um junge Talente und damit Innovationen in den Bereichen Optik und Photonik zu fördern, richtet das Fraunhofer IOF gemeinsam mit der Graduiertenschule Max Planck School of Photonics seit 2019 die Photonics Days Jena als Netzwerk- und Karriereevent für Studierende und Promovierende aus. Am 15. September 2026 luden die Veranstalter mit einem eintägigen Programm erneut Nachwuchsforschende dazu ein, sich mit einer internationalen Community sowie Vertreterinnen und Vertretern renommierter Unternehmen zu vernetzen. Neben dem fachlichen Austausch stand dabei die Orientierung in Karrierefragen sowie die Vermittlung wertvoller Kontakte für die eigene berufliche Laufbahn im Vordergrund.

Die Photonics Days Jena 2026 werden unterstützt von: Phortify, JENOPTIK GmbH, Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH, nanoplus Nanosystems and Technologies GmbH, Edmund Optics, OptoSigma Germany GmbH, TRUMPF und Excelitas Deutschland GmbH sowie Photon Delta.

Mehr über die Photonics Days Jena erfahren Interessierte unter www.photonicsdays.de.

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Bei den Photonics Days Jena 2026 kamen über 100 Teilnehmende zum Wissensaustausch und Netzwerken zusammen.