Fraunpower am Fraunhofer IOF

Frauen in der Photonik

Wir haben viele großartige Frauen am Institut. Sie machen bahnbrechende Erfindungen, leiten innovative wissenschaftliche Teams, regeln die Finanzströme des Hauses und halten als stellvertretende Kapitänin das Institut auch bei starkem Wellengang auf Kurs.

Hiermit heben wir einige von ihnen hervor, um zu zeigen, wie prägend und bereichernd ihre Arbeit und Hingabe für die Photonik ist. Denn eins ist klar, wer mehr Forscherinnen für die Optik und Physik begeistern möchte, braucht starke Vorbilder, an denen sich die kommenden Generationen orientieren können.

Und dazu gehören:

Starke Vorbilder

Johanna Conrad

Johanna Conrad promoviert am Fraunhofer IOF und forscht daran spezielle Quantenzustände von Licht als Ressource für neue Technologien im Bereich des Quantencomputings und der Quantenbildgebung zu erschließen. 

Monika Dhinwa

Monika Dhinwa ist Systemingenieurin für photonische Quantensysteme am Fraunhofer IOF und leitet ein technisches Team, das im Rahmen des PhoQuant-Projekts einen Quantencomputer entwickelt.

Meritxell Cabrejo Ponce 

Mertixell Cabreja Ponce arbeitet an Fragestellungen der Quantenoptik und Quantenkommunikation, um langfristig robuste und praktisch abhörsichere Lösungen für die Datenübertragung zu ermöglichen.

Anne-Sophie Munser

Anne-Sophie Munser forscht an der Nutzung von Streulicht zur Erkennung und Analyse biologischer Zellen. Hierfür wurde ein hochpräzises Messgerät für die effiziente und spezifische Erkennung von Krankheitserregern entwickelt, das zu schnelleren Behandlungen führen könnte und bereits von Projektpartnern eingesetzt wird.

Karina Jorke und Dr. Carolin Rothhardt

Karina Jorke und Carolin Rothhardt haben einen Strahlenteiler für den Weltraum entwickelt, der Lichtstrahlen in vier Kanäle aufteilt. Dies ermöglicht eine genauere Untersuchung von Teleskop-Aufnahmen. Ihre Technologie könnte zur Beantwortung wichtiger Fragen über das Universum beitragen.

Sakshi Sharma

Sakshi Sharma forscht in unserer Gruppe »Quantenkommunikationstechnologien« und war maßgeblich am Aufbau der Quelle für verschränkte Photonen beteiligt. Mithilfe dieser Quelle gelang die erste quantengesicherte Videokonferenz zwischen zwei deutschen Bundesbehörden.

Dr. Julia Hengster

Julia Hengster hat es geschafft, aus dem Nichts die Max Planck School of Photonics (MPSP) – eine deutschlandweite und renommierte Graduiertenschule für Photonik-Studierende – zu etablieren. Sie ist Referentin in der Institutsleitung und koordiniert die MPSP.

Marta Gilaberte Basset

Marta Gilaberte Basset und ihrem Team ist es gelungen, das weltweit erste Video mit Quantenbildgebung aufzunehmen. Dieser Meilenstein ist insbesondere für Medizintechnik / Forschung relevant, da diese Methode bei mikroskopischen Analysen lebende Zellen nicht mehr zerstört.

Dr. Nadja Felde

Nadja Felde wurde 2020 für ihre herausragende Abschlussarbeit mit dem Applied Photonics Award in der Kategorie »Beste Dissertation« ausgezeichnet. Seit 2022 ist sie wissenschaftliche Referentin der Abteilung »Funktionelle Oberflächen und Schichten« am Fraunhofer IOF. Seit 2026 ist sie Großprojektemanagerin am Fraunhofer IOF.

Dr. Ramona Eberhardt

Ramona Eberhardt leitete bis 2025 erfolgreich die Abteilung »Photonische Quantensysteme«. Ihre Mitarbeitenden entwickeln Quantensysteme für die Kommunikation und bildgebende Sensorik der Zukunft. Außerdem ist sie stellvertretende Institutsleiterin und Mitglied das Wissenschaftlichen Direktoriums am Fraunhofer IOF.

 

Dr. Adriana Szeghalmi

Adriana Szeghalmi hat mit ihrem Team die zukunftsweisende Atomlagenabscheidung als eine alternative Beschichtungsmethode etabliert. Diese erfüllt die Anforderungen an die gleichmäßige Dicke von Einzelschichten, auch auf stark gekrümmten / komplex geformten Substraten.  

Aoife Brady

Aoife Brady forscht an aktiven Optiken. Sie hat eine adaptiv-optische Box für die Quantenkommunikation entwickelt. Diese korrigiert in der Bodenstation der Universität Wien durch atmosphärische Turbulenzen verursachte Phasenfehler im Quantensignal eines Satelliten.

Dr. Ulrike Schulz

Ulrike Schulz ist Wissenschaftlerin in der Abteilung »Funktionale Oberflächen und Schichten«. Hier entwickelt sie Oberflächenschichten, welche sogar Smartphone-Objektive verbessern. Dank der Beschichtungsmethode konnten Reflexionen minimiert, Geisterbilder vermieden und der Bildkontrast erhöht werden.

Dr. Carolin Rothhardt

Carolin Rothhardt ist Gruppenleiterin und war im Projekt »Opti-Bond« stark involviert, bei dem neue Fügetechnologien für Hochleistungslaser entwickelt und bisherige Leistungsgrenzen überwunden wurden. 2020 wurde ihre Doktorarbeit mit dem Promotionspreis der FSU Jena ausgezeichnet.

Anne Sauer

Anne Gärtner und ihr Team haben ein neues optisches Beschichtungssystem auf Basis von doppelten Nanostrukturen entwickelt, das Beschlagen und unerwünschte Reflexionen verhindert. Ihr Beschichtungssystem hat das Potenzial, optische Systeme in verschiedenen Bereichen zu revolutionieren, darunter LiDAR-Systeme in autonomen Autos.

Britta Holz

Britta Satzer ist mit ihrem Team gelungen, ein neues Kamerakonzept für die Automobilbranche zu entwickeln, wodurch die Kamera nur eine Systembaugröße von 10 mm benötigt. Mit der neuen Kamera wissen autonom fahrende Autos, ob der Mensch hinterm Steuer auf die Straße achtet oder nicht.

Josefine Canis

Josefine Canis hat ihre Berufsausbildung am Fraunhofer IOF als Landesbeste abgeschlossen. Für diese Leistung wurde sie 2021 von der IHK Ostthüringen sowie von der Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet. Nach ihrem Abschluss blieb sie bei uns und trat eine Stelle als Laborantin an.

Dr. Claudia Reinlein

Claudia Reinlein und ein kleines Team haben sich 2020 aus dem Fraunhofer IOF ausgegründet und sich erfolgreich am Markt etablieren können. Sie erhielt den Thüringer Gründerpreis und belegte Platz 35 der TOP 50 Start-ups. Jetzt ist sie Geschäftsführerin der Robust AO GmbH.

Liebe Frauen,

ihr wollt ebenso bedeutende Methoden und Technologien rund um das Thema Licht entwickeln und an einem der führenden Institute für Forschung im Bereich angewandte Optik und Photonik arbeiten? Dann bewerbt euch bei uns!

 

Jobs / Karriere am Fraunhofer IOF

 

Wir freuen uns auch über Initiativ­bewerbungen:

Initiativbewerbung für das Fraunhofer IOF

Was wir uns wünschen: Mehr Frauen in der Photonik

Wie kann es gelingen, mehr Frauen für die Forschung mit Licht zu begeistern? Welche modernen Arbeitsformen sprechen Frauen besonders an? Was ist nötig, um bereits Mädchen frühzeitig für Themen der Physik zu interessieren?

Mit diesen essenziellen Fragen setzt sich das Fraunhofer IOF intensiv auseinander. Ziel ist es, die Organisation gezielt weiterzuentwickeln und den Anteil von Wissenschaftlerinnen deutlich zu erhöhen. Ein Fraunhofer-Institut ohne starke Beteiligung von Frauen gilt dabei als nicht zukunftsfähig. Vielfalt wird als unerlässlich für eine sich dynamisch wandelnde Forschungslandschaft angesehen.

Um besser zu verstehen, was Frauen in der Vergangenheit an der Photonik begeistert hat und welche Ansätze zu einem chancengleichen Forschungsfeld beitragen können, wurden erfolgreiche Frauen in der Wissenschaft befragt und ihre Erfahrungen sowie Ideen ausgewertet:

Frauen im Interview

Johanna Conrad 

Doktorandin in der Abteilung »Photonische Quantensysteme«

Johanna schätzt das internationale Team am Fraunhofer IOF. Sie sagt, moderne Physik ist Hochleistungssport im Team. (Zum Interview)

Monika Dhinwa

Teamleitern in der Abteilung »Photonische Quantensysteme«

Monika sieht eine vielversprechende Zukunft für Frauen in der Wissenschaft und gibt jungen Forscherinnen auf den Weg, an sich selbst zu glauben.

 (Zum Interview)

 

Meritxell Cabrejo Ponce

Forscherin in der Abteilung »Photonische Quantensysteme« im Bereich Quantenkommunikation

Meritxell liebt alle Arten von Rätseln. Heute löst sie komplexe Probleme in der Quantenphysik.  (Zum Interview)

Marta Gilaberte Basset

Forscherin in der Abteilung »Photonische Quantensysteme« im Bereich Quantenbildgebung

Marta möchte gerne sehen, wie einige ihrer Entwicklungen ins All geschossen werden. (Zum Interview)

Nadja Felde

Stellvertretende Gruppenleiterin und wissenschaftliche Referentin der Abteilung »Funktionelle Oberflächen« und Schichten und seit 2026 Großprojektmanagerin 

Nadja ist stolz darauf, die Optics Community und die Photonik-Branche mitgestalten zu können. (Zum Interview)

Julia Hengster

Wissenschaftliche Referentin der Institutsleitung

 

Julia verlagerte nach ihrer Promotion ihren beruflichen Schwerpunkt und entdeckte das Wissenschaftsmanagement für sich. (Zum Interview)

Stephanie Hesse-Ertelt

Fraunhofer Forschungsmanagerin & stellv. Abteilungsleiterin »Strategie, Organisation, Kommunikation«, Strategische Initiativen & Geschäftsfeldentwicklung

 

Stephanie möchte sich gern selber mal in den Weltraum. (Zum Interview)

Grucheska Rosario Rodriguez

Doktorandin in der Abteilung »Opto-mechatronische Komponenten und Systeme«

 

Grucheska ist begeistert von der Vielseitigkeit der Forschungsprojekte am Fraunhofer IOF und von der Verantwortung, die ihr übertragen wird. (Zum Interview)

Carolin Rothhardt

Leiterin der Arbeitsgruppe für Fügetechnologien in der Abteilung »Präzisionsoptische Komponenten & Systeme«

Carolin strebt danach, dass ihre hergestellten Komponenten im Weltraum angewendet werden. (Zum Interview)

Johanna Conrad

Doktorandin in der Quantenbildgebung

 

Du schreibst ja gerade deine Promotion bei uns am Institut. Woran arbeitest du darin genau?

Im Grunde folgt jedes Licht den Gesetzen der Quantenmechanik. In der Forschung unterscheiden wir jedoch zwischen Licht, das sich noch ‚klassisch‘ verhalten darf, wie das Licht eines Lasers, und Lichtzuständen, die rein quantenmechanische Merkmale aufweisen, die wir im Alltag so nicht kennen.

Ich arbeite daran, solche speziellen Quantenzustände gezielt als Ressource für neue Technologien zu erschließen. In einem experimentellen Aufbau untersuche ich, wie man durch die Manipulation einzelner Lichtteilchen, zum Beispiel durch die sogenannte Photonensubtraktion, solche Zustände erzeugen kann.

Indem ich gezielt Photonen aus einem Lichtfeld ‚entnehme‘, verändere ich dessen statistische Natur grundlegend. Das ist spannend, weil diese Zustände die Basis für die nächste Generation der Quantentechnologie bilden: Sie ermöglichen präzisere Messungen im Quantum Sensing und sind essenziell für die Fehlerkorrektur in zukünftigen optischen Quantencomputern.

Was hat dich dazu inspiriert, in die Wissenschaft zu gehen?

Es gab nicht den einen Moment. Es war eher eine Kette von Entscheidungen, getrieben von Neugier und der Lust an Herausforderungen. Heute mache ich einfach das, was mir Spaß macht.


Was gefällt dir besonders an deiner Arbeit hier am Fraunhofer IOF?

Das großartige, internationale Team. Wissenschaftlicher Erfolg ist heute nur noch durch echtes Teamwork möglich – und das lebt von unterschiedlichen Charakteren und Perspektiven.

Hast du ein persönliches Vorbild in der Wissenschaft?

In der Physik nicht direkt. Wir müssen weg von dem Bild des einsamen männlichen Genies, das nachts im stillen Kämmerlein die Welt rettet. Moderne Physik ist Hochleistungssport im Team. Wer sich ständig nur profilieren und messen will, bremst eigentlich den wissenschaftlichen Fortschritt aus.  Den Grundstein für meinen Weg legten mein Elternhaus und meine große Schwester. Sie haben meine Neugier stets frei von Rollenklischees gefördert, sodass ich meine Interessen von klein auf völlig unvoreingenommen und frei entfalten konnte.

Was macht die Arbeit in der Naturwissenschaft aus deiner Sicht für Frauen besonders?

Theoretisch sind die Chancen heute ausgeglichen, praktisch sieht es anders aus. Ich habe im gesamten Studium keine einzige Vorlesung bei einer Frau gehört. Man kann nicht sein, was man nicht sieht – und diese fehlende Sichtbarkeit ist ein strukturelles Problem, kein individuelles.

Was mich besonders ärgert, ist dieses Phänomen, dass sich vor allem Männer ständig mit mir messen müssen - als wäre meine Kompetenz eine Herausforderung für ihr Ego. Es fühlt sich oft so an, als müsste ich permanent 'überperformen', um zu rechtfertigen, dass ich meinen Platz verdient habe. Das ist ein anstrengendes Denkmuster: Ein Mann ist erst einmal kompetent, eine Frau muss ihre Kompetenz gegen Widerstände beweisen. Wir brauchen eine Kultur, in der wir Energie in die Forschung stecken, statt in die Verteidigung unseres Status.

Was wünscht du dir für die Zukunft der Frauen in der Photonik?

Dass echte Gleichstellung endlich eine Selbstverständlichkeit wird und nicht mehr debattiert werden muss.

Welche Botschaft möchstest du jungen Forscherinnen mit auf den Weg geben?

Hört auf, euch zu entschuldigen – für eure Fragen, für euren Platz im Labor oder für eure Erfolge! Nehmt euch den Raum, der euch zusteht. Und ganz wichtig: Lasst Wut zu, wenn ihr Ungerechtigkeit seht – sie ist ein berechtigter Antrieb für Veränderung.

Monika Dhinwa

Systemingenieurin und Teamleiterin für Photonische Quantensysteme

 

Du bist Teamleiterin am Fraunhofer IOF, woran arbeiten du und dein Team derzeit?

Im Rahmen des PhoQuant-Projekts entwickeln wir Deutschlands ersten photonik-basierten Quantencomputer. Ziel ist es, ein System zu bauen, das bestimmte Sampling-Probleme lösen kann, die mit derzeit verfügbaren Supercomputern nicht berechnet werden können. Dies ist ein spannender Schritt, um die praktischen Vorteile von Quantentechnologien zu demonstrieren.


Was hat dich dazu inspiriert, in die Wissenschaft zu gehen?

Das verdanke ich vor allem meinem Vater. Er war Naturwissenschaftslehrer und hat uns schon zu Hause wissenschaftliche Konzepte nähergebracht, noch bevor wir sie in der Schule kennengelernt haben. Dieser frühe Kontakt hat meine Neugier geweckt, die Natur besser verstehen zu wollen. Später hatte ich das Glück, während meiner Schul- und Studienzeit inspirierende Lehrende und Professoren zu haben, die meine Leidenschaft für die Wissenschaft immer wieder gefördert und unterstützt haben.

Was gefällt die besonders an deiner Arbeit am Fraunhofer IOF?

Aus beruflicher Sicht schätze ich, dass die Projekte am Fraunhofer IOF stark auf reale Anwendungen ausgerichtet sind. Es ist bereichernd zu sehen, wie Forschung direkt zu praktischen Lösungen beitragen kann. Auch kulturell ist es bereichernd, mit Kollegen und Kolleginnen aus aller Welt zusammenzuarbeiten, die unterschiedliche Perspektiven und Fachkenntnisse mitbringen und so ein dynamisches und kooperatives Umfeld schaffen.

Hast du ein persönliches Vorbild in der Wissenschaft?

Ja, Kalpana Chawla. Sie war Raumfahrtingenieurin und Astronautin, die mit dem Space Shuttle Columbia flog. Ich bin mit Geschichten über ihre Leistungen aufgewachsen.

Was macht die Arbeit in der Naturwissenschaft aus deiner Sicht für Frauen besonders?

Gleichberechtigung ist in jedem Bereich unerlässlich. Je mehr Frauen sich aktiv in der Wissenschaft engagieren, desto produktiver, kreativer und effektiver wird das Ökosystem. Die Arbeit in solch vielfältigen und kooperativen Teams macht die Arbeit besonders sinnvoll und erfüllend.

Was wünscht du dir für die Zukunft der Frauen in der Photonik?

Ich sehe eine vielversprechende Zukunft. Ich hoffe, dass Frauen weiterhin gleiche Chancen erhalten, um auf allen Ebenen einen Beitrag zu leisten. Wenn Talente gleichberechtigt gefördert werden, führt dies zu einer ausgewogeneren, innovativeren und zufriedeneren Gesellschaft.

Welche Botschaft möchtest du jungen Forscherinnen mit auf den Weg geben?

Das Leben ist nicht immer fair, akzeptiert diese Tatsache und setzt euch bei Bedarf für Eure Rechte ein. Glaubt an euch selbst. Mit Entschlossenheit und Selbstvertrauen könnt Ihr wirklich alles erreichen.

Meritxell Cabrejo Ponce 

Wissenschaftlerin in der Abteilung »Photonische Quantensysteme«

Du arbeitest am Institut in der Abteilung „Photonische Quantensysteme“. Woran arbeitest du dort derzeit konkret?

Ich arbeite an verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Quantenoptik und Quantenkommunikation. Ein Großteil der Arbeit in der Abteilung widmet sich Anwendungen in der sicheren Kommunikation mittels Quantenschlüsselverteilung. Meine Arbeit konzentriert sich auf die Erzeugung von Verschränkungen und die Steuerung verschiedener Eigenschaften einzelner Photonen zur Kodierung und Verarbeitung von Quanteninformationen.


Was hat dich dazu inspiriert, in die Wissenschaft zu gehen?

Ich war schon immer ein neugieriges Kind. Ich war nicht das Kind, das die Fernbedienung des Fernsehers auseinandergenommen hat, um zu sehen, wie sie funktioniert. Aber ich habe immer meine Logik eingesetzt, um Probleme zu lösen, zum Beispiel um Dinge zu Hause zu reparieren, wenn es nötig war. Ich liebe alle Arten von Rätseln. Als ich älter wurde, versprach man mir, dass ein Studium der Ingenieurphysik mich zu einer Erfinderin zukünftiger Technologien ausbilden würde, was ehrlich gesagt wirklich cool klang. Dieser Weg hat mich um die ganze Welt geführt und mir die Möglichkeit gegeben, von den Ideen und Erfahrungen anderer Menschen zu lernen. Ich hatte das große Glück, überall, wo ich hingekommen bin, die besten Mentoren und Mentorinnen zu finden. Und schließlich habe ich herausgefunden, dass die Besoldung für Wissenschaft in Deutschland und anderen Ländern gut ist, was mir zu Beginn meiner Karriere nicht bewusst war. Diese wirtschaftliche Sicherheit hat es mir ermöglicht, mich voll und ganz diesem Bereich zu widmen. 

Was gefällt die besonders an deiner Arbeit am Fraunhofer IOF?

Mir gefällt der Ansatz, Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Wissenschaft zu verbinden, um innovative und skalierbare Ideen auf den Markt zu bringen. Ich denke, dass die Abteilung für Quantentechnologie relativ neu ist und sich noch innerhalb des technologischen Ökosystems etablieren muss, aber wir machen Fortschritte. Dazu kombinieren wir fortschrittliche Technologie und umfangreiches Ingenieurswissen aus anderen Abteilungen. Durch diese Arbeit lerne ich jeden Tag so viel, nicht nur über Quantentechnologien, sondern auch über ein breites Spektrum der Optik und Photonik. Es ist faszinierend, wie grundlegende Ideen in Kombination mit Werkstoffen, Licht und Maschinenbau zu einer Diversität an wirkungsvollen Anwendungen führen. 


Hast du ein persönliches Vorbild in der Wissenschaft?

Ich habe kein bestimmtes Vorbild. Ich bewundere alle Arten von Wissenschaftlern, insbesondere wenn ich ihre cleveren Ideen zur Lösung spezifischer Probleme nachvollziehen kann. Es macht mir Spaß, etwas über die Denkprozesse anderer zu lernen. Aber wenn ich es mir erlauben darf, zu sagen, bewundere ich besonders die ältere Generation von Frauen in der Wissenschaft, weil ich gesehen habe, wie schwierig es für Frauen war, Anerkennung zu finden und eine Karriere in Wissenschaft und Technik zu verfolgen. Selbst heute noch ist es meiner Meinung nach für Frauen schwieriger, berufliche Ambitionen mit familiären Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Dennoch glaube ich und sehe bereits, dass sich die Denkweise ändert, und deshalb bin ich meinen Vorgängerinnen für ihren Kampf unendlich dankbar.

Was macht die Arbeit in der Naturwissenschaft aus deiner Sicht für Frauen besonders?

Ich glaube nicht, dass es etwas Besonderes gibt. Ich bin davon überzeugt, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Denkweisen für wissenschaftliche Herausforderungen gut geeignet sind, unabhängig vom Geschlecht. Gleichzeitig ist Diversität in Bezug auf Hintergrund und Erfahrungen wichtig, um verschiedene Herangehensweisen an Probleme zu identifizieren. Daher unterstütze ich voll und ganz die Idee, mehrere Nationalitäten und Geschlechter in die Gruppe aufzunehmen. Mit anderen Worten: Label sollten keine Rolle spielen.

Allerdings habe ich beobachtet, dass eine weibliche Führungskraft oft mehr weibliche Kolleginnen anzieht als von Männern geführte Gruppen. Ich frage mich, warum das so ist. Diese Verzerrung tritt bereits bei Physikstudierenden auf, die überwiegend männlich sind. Ich frage mich daher, ob jüngere Frauen mehr Kontakt zu Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen hätten, ob dies auch einen Einfluss auf ihre Studienwahl haben könnte.


Was wünscht du dir für die Zukunft der Frauen in der Photonik?


Ich möchte die Wahrnehmung der Gesellschaft normalisieren, dass Frauen großartige Physik leisten können, und deutlich machen, dass sie auch Karrieren in Wissenschaft und Technik verfolgen können.


Welche Botschaft möchtest du jungen Forscherinnen mit auf den Weg geben?

Wenn du etwas ausprobieren möchtest, dann tu es, hab keine Angst!  Denke jedoch daran, dass du niemandem etwas beweisen musst. Gib dein Bestes, aber achte auf eine gesunde Work-Life-Balance.

Marta Gilaberte Basset

Doktorandin in der Quantenbildgebung

 

Bitte erzähle uns etwas über deine derzeitigen Forschungsschwerpunkt am Fraunhofer IOF.

Ich bin am Fraunhofer IOF als Doktorandin im Bereich der Quantenoptik, genauer gesagt der Quantenbildgebung. Ich entwickle Abbildungssysteme mit Quantenlichtquellen. Diese Bildgebungssysteme nutzen Quantenkorrelationen und bieten viele Vorteile, wie die Möglichkeit, verschiedene Wellenlängen für die Detektion und für die Beleuchtung des Objekts zu verwenden.

Die Quantenbildgebung ist ein sehr spezielles Gebiet. Woher kommt dein Interesse für dieses Gebiet?

Ich würde nicht sagen, dass ich von Anfang an eine Leidenschaft für die Photonik hatte. Während meines Studiums habe ich bei einem Photonikprojekt in einem Unternehmen mitgemacht. Bei der Arbeit ging es um den Bau von Lasern, und der photonische Teil hat mir sehr gefallen.

Wie bist du zum Fraunhofer IOF gekommen?

Nach ein paar Jahren hatte ich das Gefühl, dass ich in den Jobs, die ich hatte, nicht weiterkomme. Und ich hatte das Gefühl, dass ich zu jung war, um nichts Neues mehr zu lernen. Ich beschloss, Spanien zu verlassen, um Erfahrungen im Ausland zu sammeln, und bewarb mich für eine Stelle am Fraunhofer IOF. Ich kannte das Fraunhofer IOF bereits durch einige gemeinsame Laserprojekte in der Vergangenheit und hatte einen Kontakt, der mir davon erzählte, dass sie eine neue Gruppe für Quantenoptik einrichteten.

Gibt es Highlights in deiner Karriere, die du mit uns teilen möchten?

Eine großartige Erfahrung war bisher der Bau eines Lasers für die ExoMars-Mission. Außerdem das schnelle Wachstum unserer Quantengruppe. Am Anfang bestand sie nur aus mir und einem weiteren Kollegen. Aber in den letzten vier Jahren hat sich die Gruppe stark vergrößert. Es ist toll zu sehen, dass das so schnell geht. Ich konnte dazu beitragen, da wir eine Bildgebungsaufbau gebaut haben, der sehr gut funktionierte, so dass wir damit werben und mehr Mittel erhalten konnten.

Was hält dich motiviert?

Ich würde gerne sehen, dass meine Arbeit irgendwann auf den Markt kommt, damit die Menschen von dem von mir entwickelten Bildgebungssystem profitieren können. Ich würde auch gerne sehen, wie einige meiner Projekte in den Weltraum geschossen werden.

Ich glaube an dich! :) Hast du einen Wunsch für die Zukunft der Frauen in der Photonik?

Als ich meinen Bachelor in Barcelona gemacht habe, gab es 10 Frauen unter 50 Studenten. Jetzt scheint es mehr Frauen zu geben, aber ich würde gerne ein 50/50-Verhältnis sehen. Manche Leute sagen, dass sich Mädchen nicht für Technik oder Wissenschaft interessieren, ich bin da aber völlig anderer Meinung.

Hast du eine Botschaft an junge Forscherinnen?

Schätze deine eigene Meinung! Sei bescheiden, aber sei stark und beharrlich. Habt keine Angst, Fragen zu stellen, habt keine Angst, Fehler zu machen.

Nadja Felde

Stellvertretende Gruppenleiterin und wissenschaftliche Referentin der Abteilung Funktionelle Oberflächen und Schichten

 

Welchem Forschungsthema hast du dich gewidmet?

In meiner Promotion habe ich mich mit nanostrukturierten multifunktionalen Schichten beschäftigt. Später war ich dann auch wissenschaftliche Mitarbeiterin auf diesem Gebiet.

Wie kamst du zu diesem Thema und dann später zum Fraunhofer IOF?

Schon in der Grundschule habe ich mich für Naturwissenschaften interessiert. Für das Studium habe ich mich für Materialwissenschaften entschieden, und nicht für Physik oder Chemie, weil Materialwissenschaft eine gute Kombination aus allen Fächern ist. Damit konnte ich mich sehr breit aufstellen. Bereits während des Studiums bin ich als studentische Hilfskraft ans Fraunhofer IOF gekommen und hatte den ersten Kontakt zur Optik. Ich durfte an diversen spannenden Projekten mitwirken, die mir die Vielfalt in der modernen angewandten Photonik aufgezeigt haben. Das hat mir alles so gut gefallen – auch die Stadt Jena –, dass ich dann auf dem Gebiet promoviert habe. Danach habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet und wurde dann stellvertretende Leiterin der Arbeitsgruppe Oberflächen und Schichtcharakterisierung. Seit 2022 bin ich auch wissenschaftliche Referentin der Abteilung. Das heißt, bei mir ging es von der klassischen Wissenschaft weg hin zur Strategiearbeit. Das gefällt mir aber sehr gut, weil man so auch mehr Verantwortung erhält.

Das hört sich nach einem ziemlich stringenten Werdegang an. Was motiviert dich aktuell?

Ich finde es toll, in der optischen Community mitwirken zu können, die Branche mitgestalten zu können und neue Themen zu generieren. Persönlich motiviert mich die Anerkennung für meine Leistung und die Wertschätzung meiner Arbeit. Die Unterstützung durch meine Vorgesetzten war für mich immer sehr wichtig. Man braucht jemanden, der an einen glaubt und einen richtig fördert.

Man sieht auch, dass es dich weit gebracht hat. Und du möchtest sicher noch höher hinaus, oder?

Ich möchte mein Netzwerk in der Optik-Community weiter ausbauen und gerne noch mehr Verantwortung übernehmen. Solch ein Ziel muss man kommunizieren, um durchstarten zu können.

Was wünscht du dir für die Zukunft der Frauen in der Photonik?

Ich wünsche mir, dass wir irgendwann weg von einer Frauenquote kommen. Es sollte selbstverständlich sein, dass das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist, dass man das nicht erzwingen muss und nicht darauf hinweisen muss, dass es in der Chancengleichheit zum Teil noch Defizite gibt. Ich möchte, dass die Frauen selbstbewusster werden und sich Möglichkeiten auch einfordern. Ich denke nicht, dass es an Fach- oder Führungskompetenz mangelt. Die Problematik ist eher, dass Frauen ihre Ziele nicht kommunizieren oder sich aus den unbewussten Denkmustern heraus nicht trauen. Wir brauchen mehr aktive Förderung, mehr weibliche Vorbilder sowie Netzwerk-Möglichkeiten, um sich selbst bekannt machen zu können.

Hast du eine Botschaft an junge Forscherinnen?

Das wichtigste ist, selbstbewusst aufzutreten. Man muss an sich selbst und die eigene Expertise glauben. Dazu gehört auch solche Aufgaben anzunehmen, die herausfordernd sind. Die eigene Komfortzone zu verlassen ist ein wichtiger Kernaspekt dabei. Denn daran kann man wachsen und zeigen, dass man etwas schaffen kann.

Grucheska Rosario Rodriguez

Doktorandin in der Abteilung opto-mechatronische Komponenten und Systeme

 

Woran forscht du derzeit?

Ich versuche herauszufinden, ob die Eigenschaften von ferroelektrischem Material durch die mechanische oder thermische Einwirkung beim Solder Jet Bumping beeinflusst werden. Solche Veränderungen würden die optische Leistung des Materials beeinflussen. Das ist wichtig, um zu wissen, ob wir diese Technologie für die Montage bestimmter Systeme einsetzen können.

Hast du Materialwissenschaften studiert? Und wie bist du zu deiner Arbeit am Fraunhofer IOF gekommen?

Ja, ich habe meinen Bachelor in Materialwissenschaften an der Universidad Simon Bolivar in Venezuela gemacht. Ich wollte lernen, warum Materialien für verschiedene Anwendungen ausgewählt werden, und auf Grund welcher Eigenschaften. Im Masterstudium habe ich mich auf Keramik spezialisiert. Ich habe viel über Keramik gelernt. Sie ist ein sehr leistungsfähiges Material, das sehr vielseitig ist. Zur Photonik bin ich durch meinen ersten Job hier am Fraunhofer IOF gekommen.

Was gefällt dir besonders an deiner Arbeit hier am Fraunhofer IOF?

Ich bin begeistert von der Vielseitigkeit und der Verantwortung, die mir in den Forschungsprojekten übertragen wird. Ich finde, die Forschungsfelder des Instituts sind enorm wichtig für die Gestaltung der Zukunft.

Was treibt dich an?

Was mich antreibt, ist meine persönliche Wissbegierigkeit. Ich liebe es, Herausforderungen zu meistern und Lösungen zu finden. Ich bin motiviert, wenn ich verstehe, warum bestimmte Dinge funktionieren und andere nicht. Mich treibt der Wunsch an, immer mehr zu verstehen. Das Universum finde ich besonders spannend, weil wir bisher so wenig darüber wissen.

Oh ja, aber zurück zur Erde: Was wünschst du dir für die Zukunft der Frauen in der Photonik?

Ich würde mir wünschen, dass Frauen in der Photonik mehr sichtbar werden. Bei so vielen Männern in Führungspositionen fühle ich mich manchmal eingeschüchtert. Wir brauchen weibliche Vorbilder, mit denen wir uns identifizieren können. Sie zeigen uns, dass auch Frauen einflussreich und mächtig sein können. Es ist wichtig, einen Raum voller Vielfalt zu haben, damit wir sehen können, wie unterschiedlich die Ideen fließen.

Welche Erfahrungen hast du für dich in all den Jahren in der hoch kompetitiven Forschung für dich persönlich mitgenommen?

Wenn ich mich unsicher fühle, erinnere ich mich daran, was ich bereits erreicht habe und wozu ich fähig bin. Das hilft mir, weiterzumachen. Es hat keinen Sinn, sich ständig mit anderen zu vergleichen. Jeder hat seinen eigenen Lernprozess und die Dinge entwickeln sich für ihn in einem anderen Tempo.

Hast du eine Botschaft für junge Wissenschaftlerinnen?

Wenn du neugierig auf etwas bist, dann folge diesem Weg und gehe Risiken ein. Setzt euch selbst keine Grenzen.

Stephanie Hesse-Ertelt

Fraunhofer Forschungsmanagerin & stellv. Abteilungsleiterin „Strategie, Organisation, Kommunikation“ (SOK), Strategische Initiativen & Geschäftsfeldentwicklung

 

Erzähle uns bitte etwas über deinen Aufgabenbereich.

Ich akquiriere und koordiniere hauptsächlich interdisziplinäre Großprojekte mit vielen externen Partnern auf Ebene des Landes, des Bundes und der EU. Ich bin außerdem Ansprechpartnerin des Fraunhofer IOF für die Allianz Aviation & Space und bekleide weitere anspruchsvolle institutsinterne Posten.

Forschungsmanagerin, das klingt nach einer vielseitigen Tätigkeit. Nun bist du auch schon seit einigen Jahren an unserem Institut. Wie kamst du damals ans Fraunhofer IOF?

Ich habe zunächst an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Physik studiert und im Anschluss daran angefangen am Institut für Optik & Quantenelektronik zu promovieren. Im Rahmen meiner Promotion habe ich mich mit einem Thema an der Schnittstelle von Hochfrequenzspektroskopie, Polymer- und Biochemie beschäftigt und in Kooperation mit verschiedenen Instituten auch in anfänglich fachfremden Gebieten gearbeitet sowie einen Auslandsaufenthalt in Japan verbracht. Da es im damaligen Institut eine Umstrukturierung gab, die eine Promotion und Weiterbeschäftigung wie ursprünglich geplant nicht mehr möglich machte, bin ich über einen Umweg über die Materialwissenschaften in die Organische- und Makromolekulare Chemie gewechselt. Das erlaubte mir, meine Promotion auf dem von mir gewählten Thema abschließen zu können und sehr viele neue Aspekte auf dem Gebiet der (Bio-)Polymerchemie kennenzulernen. In diesem Themenfeld bin ich dann einige Jahre geblieben und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum Polysaccharidforschung tätig. Im Juni 2012 bin ich als wissenschaftliche Referentin zum Fraunhofer IOF gekommen. Ich kam somit zum ersten Mal auch beruflich meinem Interesse an Astronomie und optischen Weltraumanwendungen näher.

Was hast du aus dieser intensiven Zeit in der Forschung für dich mitgenommen?

Es gab viele spannende Erlebnisse in meiner Laufbahn. Es gab auch Momente, in denen ich dachte, es geht nicht weiter. Daraus hat sich jedoch immer etwas Tolles ergeben – wie mein Aufenthalt in Japan, bei ich mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterentwickeln und Land, Leute und Kultur kennen lernen durfte.

Was motiviert dich sonst?

Meine Arbeit fühlt sich an wie ein Hobby und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten. Mich motiviert das Neue, die sich bietenden Chancen und Anwendungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse sind einfach spannend.

Was sind deine persönlichen Ziele für die Zukunft?

Ich bin sehr glücklich mit der aktuellen Situation, mit meiner Rolle und der Arbeit in einem Forschungsinstitut und freue mich auf weitere verantwortungsvolle Aufgaben mit immer neuen Themen. Wenn es sich ergibt, möchte ich mich gerne mal in den Weltraum schießen lassen.

Ein außergewöhnliches Ziel – aber nicht unmöglich. Und was wünscht du dir für die Zukunft der Frauen in der Photonik?

Ich wünsche mir, dass sich mehr junge Frauen für die Wissenschaft begeistern lassen können. Der Funke sprüht bestenfalls schon zu Schulzeiten über. Lehrerinnen und Lehrern kommt dort eine große Bedeutung zu, denn sie können jungen Menschen Möglichkeiten aufzeigen, mit Rat und Tat zur Seite stehen, sie inspirieren und vorhandenes Interesse stärken.

Welche Botschaft möchtest du jungen Forscherinnen mit auf den Weg geben?

Seid mutig und interessiert, macht einfach immer weiter, es findet sich ein Weg. Seid jedoch offen für Abzweigungen und Umwege. Das können wertvolle Erfahrungen sein.

Julia Hengster

Wissenschaftliche Referentin der Institutsleitung

 

Was zählt zu deinem Aufgabenbereich?

Ich arbeite teils wissenschaftlich, teils organisatorisch. Somit begleite ich auch interne Veränderungsprozesse. Die Institutsleitung unterstütze ich mit Zuarbeiten für die Gremienarbeit oder interne Sitzungsrunden sowie für externe Veranstaltungen.

Wie war dein Werdegang bis hin zu deinem aktuellen Beruf?

Nach dem Physikstudium habe ich in Hamburg zum Thema Kurzpulsphysik promoviert. Als Mitglied einer Juniorgruppe habe ich viel Aufbauarbeit im Labor und in der Experimententwicklung geleistet. Ich habe jedoch nicht so viel publiziert, weswegen eine wissenschaftliche Karriere mit Professur für mich nicht infrage kam. Daher habe ich mich zum Berufseinstieg umorientiert und für mich das Wissenschaftsmanagement entdeckt. In dem Bereich habe ich dann auch am Fraunhofer IOF angefangen und die Max Planck School of Photonics mit aufgebaut. Das ist eine standortübergreifende Graduiertenschule, die als Netzwerk junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Professorinnen und Professoren zusammenbringt. Ziel ist die Vernetzung der Photonik-Branche, sodass wissenschaftliche Fragestellungen nicht nur lokal bearbeitet werden, sondern mehr kooperiert wird. Seit 2021 bin ich wissenschaftliche Referentin der Institutsleitung.

Dies zeigt anschaulich, dass es im Wissenschaftsbereich nicht immer nur ums Forschen geht, sondern dass es auch viele andere spannende Tätigkeitsbereiche gibt. Was würdest du aus deiner bisherigen Laufbahn als deinen beruflichen Höhepunkt bezeichnen?

Das war für mich auf jeden Fall der Abschluss meiner Promotion. Man arbeitet so lange auf ein Ziel hin und muss trotz vieler Hindernisse die Motivation aufrechterhalten. Ansonsten sind es eher die kleinen Erfolge: Ein Team aufbauen, gemeinsam für ein geteiltes Anliegen kämpfen und sehen, dass die Zusammenarbeit funktioniert.

Was motiviert dich darüber hinaus?

Ich arbeite mich gerne in neue Themen ein und liebe die Abwechslung in der Arbeit. Mich motiviert zudem, nicht allein zu arbeiten, sondern ein Team an meiner Seite zu haben. Ich schätze die verschiedenen Herangehensweisen der anderen als sehr hilfreich für die eigene Arbeit ein.

Hast du dir persönliche Ziele für die Zukunft gesetzt?

Für uns Wissenschaftskoordinatorinnen und -koordinatoren müssen sich die Karrierepfade noch entwickeln. Leitungsstellen werden meist von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besetzt, die sich durch ihre Forschungsarbeit und Publikationen hervorgetan haben. Ich habe mir jedoch stark vorgenommen, meine privaten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Ich möchte Laufen und Radfahren gerne als Hobby intensivieren. Persönliche Interessen sind im Spannungsfeld von Beruf und Privatleben nicht zu unterschätzen, um dauerhaft gesund und zufrieden zu sein.

Work-Life-Balance ist ein wirklich wichtiges Thema, das erfreulicherweise immer mehr Beachtung findet. Und zum Thema Zukunft der Frauen in der Photonik: Hast du diesbezüglich einen Wunsch?

Ich wünsche mir, dass Führungsrollen in Zukunft diverser besetzt werden, also auch mehr Frauen Personalverantwortung übernehmen.

Welche Botschaft hast du für junge Wissenschaftlerinnen?

Hard work beats talent, when talent does not work hard. Diese Worte stammen aus dem Sportbereich und zeigen, dass harte Arbeit dir unabhängig von deinem Talent dabei helfen kann, Ziele zu erreichen. Viele Frauen zweifeln mehr an den eigenen Fähigkeiten als ihre männlichen Kollegen das tun. Versuche persönliche Ziele zu finden, auf die du hinarbeiten kannst. Harte Arbeit muss nicht zeitintensiv sein. Fokussierung und Reflexion helfen uns dabei, die richtigen Dinge zu tun und Lösungen zu finden.

Carolin Rothhardt

Leiterin der Arbeitsgruppe für Fügetechnologien in der Abteilung Präzisionsoptische Komponenten & Systeme  

 

An was arbeitest du in deiner Arbeitsgruppe?

Im Rahmen meiner Promotion habe ich in der Abteilung Feinwerktechnik am Fraunhofer IOF ein Fügeverfahren für optische Kristalle neu entwickelt, das speziell für Hochleistungslaser-Anwendungen sehr interessant ist. Laserkristalle werden damit fest miteinander verbunden. Die Ergebnisse meiner Promotion fließen auch in meine jetzige Arbeit ein, da wir das Fügeverfahren in der Arbeitsgruppe weiterentwickeln.

Was führte dich zu deinem aktuellen Tätigkeitsbereich?

In meiner Schulzeit habe ich angefangen, mich für das Segelfliegen zu begeistern. Auf einer Veranstaltung bekam ich dann die Möglichkeit, mir anzuschauen, wie das damals größte Segelflugzeug hergestellt wurde. Modernste Materialien spielten dafür eine wichtige Rolle. Das war einmalig! Und das war der Funke, der mich auf die Idee gebracht hat, Materialwissenschaft zu studieren. Ich wollte verstehen, wie Materialien funktionieren und wie man ihre Eigenschaften gezielt verbessern kann.

Schließlich habe ich das Studium der Materialwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgenommen. Der Studiengang hat alle meine Interessen (Chemie, Physik, Informatik) abgedeckt. Währenddessen fing ich als studentische Hilfskraft am Fraunhofer IOF in der Abteilung Optische Systeme an. Später habe ich in der Abteilung Feinwerktechnik promoviert. Seit Anfang 2022 bin ich nun Leiterin der Arbeitsgruppe Fügetechnologien in der Abteilung Präzisionsoptische Komponenten und Systeme.

Dir war also von Anfang an ziemlich klar, wo du hin wolltest. Was zählst du zu deinen beruflichen Höhepunkten?

Ein tolles Erlebnis war, meine Promotion erfolgreich zu verteidigen und dafür mit dem Fakultätspreis der FSU Jena ausgezeichnet zu werden. Zudem haben wir 2021 ein spannendes Projekt erfolgreich beendet. Dabei ging es um die Entwicklung eines optischen Bauteils für den Einsatz in einem wissenschaftlichen Instrument, das zukünftig im Weltraum fliegen wird. Den Demonstrator in einem interdisziplinären Team erfolgreich aufzubauen, war eine super Erfahrung.

Hast du ein persönliches Vorbild?

Mein Vorbild ist Marie Curie. Neben ihrem wissenschaftlichen Erfolg gab sie ihre Begeisterung für die Wissenschaften auch an ihre weiblichen Studentinnen weiter und ermutigte sie, sich den Naturwissenschaften zu widmen.

Was sind deine persönlichen Ziele für die Zukunft?

Ein großes Ziel ist es, dass Komponenten, die wir hergestellt haben, im Weltraum fliegen und dort angewendet werden. Sie können helfen, wichtige Fragen – zum Beispiel zum Klimawandel – zu beantworten. Auch wenn wir hier in einem großen Gesamtsystem nur kleine Komponenten bereitstellen, hat das am Ende eine wichtige Funktion.

Mit absoluter Sicherheit. Und was wünscht du dir für die Frauen in der Photonik?

Ich wünsche mir, dass die Gleichberechtigung noch besser gelebt wird und dass sich der gesellschaftliche Blick wandelt. Ich persönlich hatte in meinem Arbeitsumfeld immer gute Bedingungen, um Arbeit und Beruf zu vereinbaren. Global betrachtet müssen die Bedingungen für Frauen in der Wissenschaft jedoch noch verbessert werden.

Welche Botschaft möchtest du jungen Wissenschaftlerinnen mit auf den Weg geben?

Man sollte immer ein realistisches Ziel vor Augen haben und es beharrlich verfolgen. Bleibt neugierig!